Dies ist Teil 2 – Hier geht es zu Teil 1 – Die Road to the Isles – Von Fort William nach Glenfinnan
Inhalt
Morar – einer der schönsten Meerblicke Schottlands
Im weiteren Verlauf der Road to the Isles, Von Glenfinnan bis zur Westküste, bleibt die Landschaft interessant, denn die Berglandschaften, die sich schon bei Glenfinnan zeigten, setzen sich fast bis zur Küste fort. Über viele Kilometer verläuft die Straße schließlich parallel zum hübschen Loch Eilt und rundum wird es langsam wieder flacher. Wenig später erreicht man dann die Westküste. Zwischen Arisaig und Morar findet sich, entlang der kleinen Nebenstraße B8008, ein ausgesprochen reizvoller Küstenabschnitt mit fantastischen Blicken nach Rùm, Eigg und den Cuillins auf Skye. Hier reiht sich ein schöner Strand an den nächsten.
Besonders bekannt ist der silbrig schimmernde Sandstrand, die „Silver Sands of Morar“ in der Nähe des Orts Morar. Dort überquert man dann auch eine nur etwa einen Kilometer breite Landbrücke, die Loch Morar vom Meer trennt, um schließlich den Fährhafen Mallaig und die Endstation des Jacobite Steam Train zu erreichen.
Camusdarach Beach
https://www.walkhighlands.co.uk/fortwilliam/arisaig.shtml
Silver Sands
https://www.walkhighlands.co.uk/fortwilliam/silversandsmorar.shtml

Persönliche Erlebnisse
Bei Arisaig verlassen wir die gut ausgebaute A830 und biegen auf die kleine B8008 ab. Hier hat man fast überall eine überwältigende Aussicht auf das Meer und die markanten Silhouetten der vorgelagerten kleinen Inseln Rùm und Eigg. Kleine Buchten mit Sandstränden reihen sich aneinander – und auch jede Menge Campingplätze. Ich glaube, ich habe nirgendwo sonst in Schottland eine derartige Dichte an Campingplätzen erlebt. Diese sind allerdings, wie auch alle weiteren Unterkünfte mehr oder weniger ein Jahr im Voraus ausgebucht.
Es fällt nicht schwer zu verstehen warum – es ist einfach traumhaft schön hier. Ich würde sogar so weit gehen, dass dies hier einer der schönsten Plätze an der Westküste Schottlands ist.
Dieser Abend gehört zu meinen besten Erinnerungen – einfach unvergesslich. Der Sandstrand mit Felsen garniert, die Silhouetten der Inseln gegen den in Knallfarben leuchtenden Abendhimmel, weiter nördlich die Cuillins auf Skye. Es war ein Sonnenuntergangstraum, der sich in wechselnden Farbspielen über Stunden hinzog.
Außerdem war es Juni, nicht weit bis zur Sommersonnwende und das letzte Dunkelviolett behauptete sich wacker bis nach Mitternacht hinter den zackigen Spitzen der Cuillins. Ein Abend zum Sterben schön.
Mallaig
Mallaig ist ein Fischereihafen und wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die Reise auf die Inseln der Inneren Hebriden mit rund 700 Einwohnern. Hier endet sowohl die Straße, als auch die Westhighland Bahnlinie.
Von hier aus verkehren die CalMac-Fähren nach Isle of Skye (Armadale) sowie zu den kleineren Small Isles (Rùm, Eigg, Muck und Canna).
Der Ort an sich ist nicht besonders attraktiv und wenn der Jacobite zweimal am Tag seine Ladung ausspuckt, überschwemmen die Touristen die wenigen Geschäfte und Lokale. Der Aufenthalt in Mallaig beträgt 1 Stunde 45 Minuten. Es bleibt also kaum Zeit für Unternehmungen in die Umgebung.

Aktivitäten in Mallaig
Das Mallaig Heritage Centre ist ein kleines Museum direkt am Bahnhof, das Einblicke in die Geschichte der lokalen Fischerei und den Bau der West Highland Line bietet.
Spaziergang durch Mallaig, 3 km: https://www.walkhighlands.co.uk/fortwilliam/mallaig.shtml
Für alle, die nicht mit dem Jacobite, sondern mit Scotrail oder dem eigenen Wagen unterwegs sind und etwas mehr Zeit mitbringen, bietet sich außerdem ein Spaziergang mit schönen Ausblicken über Mallaig und auf die Inseln zum Loch Nostarie an.
https://www.walkhighlands.co.uk/fortwilliam/lochnostarie.shtml
6 km, 2-3 Stunden, 225 Höhenmeter
Restaurants und Cafés in Mallaig
Jac-O-bites Cafe Mallaig
Ein gemütliches, klassisches Café direkt in Bahnhofsnähe. Hier bekommt man englisches/schottisches Frühstück, Sandwiches, Paninis, hausgemachte Kuchen und Kaffeespezialitäten.
The Tea Garden
Das Teehaus liegt direkt gegenüber vom Bahnhof und ist ein klassisches, familiäres Café. Hier gibt es hausgemachte Kuchen, Suppen (Cullen Skink), Sandwiches und Tee-Spezialitäten.
The Fishmarket Seafood Deli and Takeaway
Eine Mischung aus Delikatessengeschäft, Imbiss und Café im oberen Stockwerk. Hier gibt es fangfrischen Fisch, Räucherfisch, Krabben- und Hummer-Rolls, traditionelle Fish & Chips sowie Feinkostprodukte zum Mitnehmen.
The Bakehouse & Crannog
Bäckerei. Frisch gebackenes Brot, feines Gebäck, Pizza und hausgemachte Snacks.
The Cornerstone
Meeresfrüchte-Restaurant. Hier bekommt man frischen Fisch, Kaisergranat und Fish and Chips.
The Cabin Restaurant and Takeaway
Restaurant mit Außer-Haus-Verkauf, das für seine hervorragende Qualität bei Fisch und Meeresfrüchten bekannt ist. Hier bekommt man klassische Fish & Chips, Langustinen und regionale Meeresfrüchte-Variationen.

Kleiner Exkurs – die NSA Knoydart
Am anderen Ufer von Loch Nevis, nördlich von North Morar und Mallaig liegt die National Scenic Area Knoydart. Diese ist in vieler Hinsicht etwas Besonderes. Man erreicht die Gegend nur zu Fuß oder mit der Fähre von Mallaig – es ist eines der abgelegensten und wildesten Gebiete Schottlands. Die einzige Ortschaft ist Inverie am Loch Nevis, das wie gesagt über keine Straße an das öffentliche Straßennetz angebunden ist und nur über die Fähre aus Mallaig versorgt wird. Alternativ erreicht man Inverie durch eine zweitägige Wanderung quer über die Halbinsel von Loch Hourn aus. Dort endet bei Kinlochhourn eine einspurige Stichstraße, die bei Invergarry von der A87 abzweigt.
Knoydart umfasst eine Fläche von etwa 220 Quadratkilometern. Die Landschaft ist gekennzeichnet durch Berge um die 1000 Meter und weite Wald- und Heideflächen. Der amerikanische Fernsehsender CNN International stufte Knoydart im März 2013 als eine der zehn „world’s last great wilderness areas“ ein.
Während vor den Highland Clearances etwa 2000 Menschen in Knoydart lebten hatte die Halbinsel 1991 nur mehr 60 Einwohner. Bereits zehn Jahre später waren es 98 in 37 Haushalten. 23,4 % der Bewohner waren nicht in Schottland geboren. Bis 2011 wuchs die Bevölkerungszahl auf über 150 Einwohner an.
Dieser Zuwachs hat sicher auch mit den Besitzverhältnissen und der besonderen Gemeinschaft in Knoydart zu tun. Während das Gebiet im 20. Jahrhundert mehrfach den Besitzer wechselte, konnten die verbliebenen Einwohner schließlich 1999 den westlichen Teil Knoydarts selbst erwerben. Sie organisierten sich ab 1997 in der Knoydart Foundation, deren Partner neben den lokalen Bewohnern, das Highland Council, der John Muir Trust und der Chris Brasher Trust sind. Diese Konstellation ist eine Seltenheit in Schottland, da das meiste Land privater Großgrundbesitz, reicher oder adliger Familien oder von Großinvestoren ist.
Die Bewohner versuchen seitdem, ihren Besitz behutsam zu entwickeln. Ziel der Foundation ist die Bewahrung und Erhaltung von Knoydart als Wohnstätte und gleichzeitig der Naturschönheiten, der Tierwelt sowie der natürlichen Ressourcen. Haupteinnahmequelle der Foundation ist die Jagd. Die Bewohner leben vom Tourismus sowie der Land- und Forstwirtschaft. Der östliche Teil von Knoydart dagegen gehört zu großen Teilen zum Barisdale Estate.
In Inverie gibt es eine Grundschule, ein Postamt, eine Kirche und einen Pub. Für Übernachtungen stehen einige Bed and Breakfasts, ein Campingplatz, sowie Selbstversorgerhütten zur Verfügung.
Für mich steht Knoydart leider immer noch auf meiner Bucket List, deshalb kann ich noch nichts Persönliches berichten. Aber ich finde es sehr spannend und bei der nächsten Reise ist es dann definitiv soweit.
Mehr Informationen zu Knoydart
Webseite der Road to the Isles


























