Öffnet in einem neuen Tab

Lieblingsplätze

Geschichten von Unterwegs

Die Glenelg Fähre

Neben den beiden Hauptrouten nach Skye über die Road to the Isles und Kintail/Kyle of Lochalsh gibt es noch eine dritte Variante mit der Fähre von Glenelg. Sie landschaftlich superschön und die Überfahrt mit der letzten Drehscheibenfähre der Welt auch einfach ein fantastisches Erlebnis.

Glenelg liegt an der Meerenge von Kylerhea, welche die kürzeste Distanz zwischen der Insel Skye und dem Festland darstellt. Bis 1819 gab es keine Straße entlang des Nordufers von Loch Duich und eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen nach Skye führte über Glenelg.

Glenelg erreicht man, wenn man in Shiel Bridge von der A87 auf die alte Military Road über den Ratagan Pass abbiegt. Sie führt quer über die Halbinsel zwischen Loch Duich und Loch Hourn. Hier gibt es immer wieder Aussichtspunkte mit spektakulärer Aussicht auf Loch Duich und die Berge von Kintail, sowie die Cuillins auf Skye.

Bei Glenelg erreicht sie die Meerenge Kyle Rhea zwischen der Insel Skye und dem Festland, die hier nur gut 500 Meter breit ist.

Weitere Sehenswürdigkeiten auf der Glenelg Halbinsel

Wer sich für Geschichte interessiert, findet im Gleann Beag zwei gut erhaltene Brochs: Dun Telve und Dun Troddan. Brochs sind steinerne Wohntürme aus der Eisenzeit und eine schottische Spezialität.

Außerdem gibt es an der südwestlichen Spitze der Halbinsel bei Sandaig einen kleinen Sandstrand mit Blick auf die Insel Skye.

Peter manövriert unseren Bus auf die Glenelg Fähre
Peter manövriert unseren Bus auf die Fähre

Die Besonderheit – Eine historische Fähre

Von Glenelg nach Kylerhea auf Skye verkehrt im Sommer eine besondere historische Fähre. Das Fährschiff, die MV Glenachulish, ist die letzte handbetriebene Drehscheibenfähre der Welt. Sie wurde 1969 gebaut, hat eine Länge von fast 18 m und eine Breite von 6,7 m. Sie hat eine Kapazität von 6 Fahrzeugen.

Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten, aber ist wirklich ein besonderes Erlebnis. Der Drehteller, auf dem die Fahrzeuge stehen, wird bei der Abfahrt und Landung von Hand jeweils so gedreht, dass man auf- beziehungsweise abfahren kann.

Seit 2007 befindet sich die Fähre im Besitz der Gemeinde. Unabhängig davon wurde der „Glenachulish Preservation Trust“ gegründet, um Mittel für die Erhaltung dieses einzigartigen Stücks schottischer Seefahrtsgeschichte zu sammeln.

Um die weitere Erhaltung dieses Stücks Geschichte zu unterstützen, darf gerne gespendet werden: gptskyeferrycharity.com

Warum überhaupt eine Drehscheibenfähre?

Kurze gesagt sind der Tidenhub und die Strömungen in der Meerenge von Kyle Rhea so stark, dass eine normale Fähre nicht entsprechend anlanden könnte, um die Fahrzeuge sicher von Bord zu lassen. Dieser kurze Film auf YouTube zeigt, wie es funktioniert:

Am Festlandufer gibt es außerdem die Shore Station mit einem Shop und einem Café. Sie wird das ganze Jahr über für Gemeinschaftsveranstaltungen genutzt und dient als Büro, sowie als Dreh- und Angelpunkt für den Fährbetrieb. Hier kann man gemütlich sitzen und den Fährbetrieb beobachten.

Webseite: https://skyeferry.co.uk/the-glenachulish-ferry

Blick auf die Cuillins auf dem Weg zur Glenelg Fähre
Blick auf die Cuillins auf dem Weg zur Fähre

Die Überfahrt mit der kleinen Fähre habe ich immer noch als etwas Besonderes in Erinnerung. Schon die Anfahrt ist bemerkenswert, egal aus welcher Richtung man kommt. Wir kamen in diesem Fall von der Isle of Skye und die Fahrt durch die einsame Bergwelt von Glen Arroch im Osten der Halbinsel Sleat ist schon für sich ein Erlebnis. Vom Pass aus hat man einen tollen Blick über einen großen Teil der Insel, auf die Cuillins, bis hin zur Trotternish Range und dem Old Man.

Auf der anderen Seite eröffnet sich dann der Blick über die Meerenge auf die Berge von Kintail und Knoydart, bevor sich die kleine Straße in Serpentinen hinunter zur Fähre schlängelt. Hier gibt es dann nur den Anleger, sonst nichts. Dort stellt man sich einfach in die Schlange. Wir hatten etwa drei Fahrzeuge vor uns und waren also ziemlich sicher, dass wir bei der nächsten Überfahrt mitgenommen würden.

Die Überfahrt dauert jeweils nur ein paar Minuten und so konnten wir bald die Fähre beim Anlegen beobachten. Sie wird nur von zwei Personen, dem Kapitän, sowie einem Helfer und einem Hund betrieben. Sobald sie festgemacht hat, wird der Drehteller so gedreht, dass die Rampe auf den Pier geklappt werden kann und die Fahrzeuge von Bord gehen können. Das alles erfolgt komplett mechanisch – ein Mensch kann allein den Teller mit 6 Fahrzeugen plus Fahrern drehen – was ein Wunderwerk der Technik. Dann wird kassiert, die nächsten Fahrzeuge gehen an Bord und am anderen Ufer wiederholt sich das Schauspiel.

Auf der anderen Seite dann geht es weiter auf einer malerischen kleinen Straße, quer durch die einsame Bergwelt der Halbinsel von Glenelg, bis man schließlich einen Parkplatz mit einem tollen Aussichtspunkt hoch über Loch Duich und mit fantastischem Blick auf die Berge von Kintail erreicht. Ein toller Platz für eine kleine Pause und zum Abschied nehmen – denn für uns ging es dann zurück Richtung Fort William und nach Deutschland. Wenn man Zeit und Muße hat, ist diese Strecke eine wirklich schöne Alternative zur Hauptroute über die Brücke.

Unsere Überfahrt von Skye aufs Festland 2018:

Wenn dir der Artikel gefallen hat, lass es mich wissen:

Du möchtest einmal im Monat über neue Artikel informiert werden?
Folge mir auf Facebook oder Instagram

Kintail und Loch Alsh

Von Fort William aus, gibt es 2 Wege nach Skye. Der eine führt über die Touristenroute „Road to the Isles“, der andere von Invergarry über…

Hinterlasse den ersten Kommentar