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Geschichten von Unterwegs

Endlich in Schottland – Dumfries und Galloway

Der Südwesten – Dumfries und Galloway

Wir haben zwei Tage im Nationalpark Yorkshire Dales vertrödelt – welch ein Luxus. Zeit zu haben beim Reisen, ist der Luxus auch die Blümchen am Wegesrand bewundern zu können. Die Abfahrt zu Hause war extrem stressig und auch die Fahrt durch England taugt nicht wirklich zum Runterkommen. Aber die weiten Kalkhügel der Yorkshire Dales durchaus. Bisher sind wir nur auf dem Weg nach Schottland durchgefahren, aber ich wollte schon immer mal eine paar Tage bleiben. Ich werde dann sicher später auch noch darüber schreiben.

Unser Aufbruch war dann gestern, am späten Nachmittag, eher spontan. Oft geht das nicht gut aus, wenn man nicht im Voraus weiß, wo man dann übernachten will. Dieser Abend war leider keine Ausnahme. Bisher hatten wir immer großes Glück sehr schnell einen passenden Schlafplatz gefunden zu haben und eigentlich hatten wir von den Dales bis Schottland nur etwa eineinhalb Stunden Fahrt vor uns. Doch in der Gegend von Dumfries, in Schottlands äußerstem Südwesten, gestaltete sich die Suche nach einem passenden Schlafplatz etwas schwieriger als erwartet. Wir irrten lange umher und fuhren länger, als wir uns das eigentlich vorgestellt hatten, bis wir schließlich bei New Abbey auf einem Wanderparkplatz am Ende eines seeehr schmalen und holprigen Sträßchens landeten.

An sich ein schöner Platz, aber andere hatten im Netz geschrieben, dass manche Einheimische es wohl nicht so gerne sahen, dass Camper dort übernachteten, obwohl es keinerlei Verbotsschilder dort gab. Normalerweise würden wir solche Plätze dann meiden, aber leider hatten wir keine Wahl. Wir waren erschöpft und stellten dann auch noch fest, dass sich unser Fahrradträger auf einer Seite gelöst hatte. Wir hätten jeden Moment unsere Fahrräder verlieren können. Ein Schock. Wir wollten uns gar nicht vorstellen, was da alles hätte passieren können…mal ganz abgesehen von kaputten Fahrrädern.

Im Dunkeln konnte das nicht mehr in Ordnung gebracht werden, also blieb uns gar nichts anderes übrig als zu bleiben. Zum Glück ließ sich der Fahrradträger am nächsten Morgen reparieren und kein wütender lokaler Spaziergänger störte unseren Schlaf. Das waren eher die Phantasien, was auf uns zukäme, wenn der Fahrradtärger sich nicht reparieren ließe. Aber mein genialer Mann schafft es meistens uns zu retten. Ich glaube, ich habe noch nie von einem Prinzen auf einem weißen Pferd geträumt, sondern eher von einem Mann, der alles kann. Den habe ich dann auch bekommen, beim Prinzen wäre ich mir da nicht so sicher…

Alissa 2
Alissa Craig

Alissa Craig und die Berge von Arran

Gegen Mittag konnten wir dann weiterfahren, quer durch Galloway bis ans Meer. Das Wetter war schön und ich wollte endlich Meer sehen. Dumfries war nicht besonders aufregend. Weiden, Felder, kleine Wäldchen, winzige Ortschaften. Sicher kein schlechter Ort zum Leben mit seinem milden Klima, aber eben nicht das große Kino des schottischen Nordwestens – beschaulich.

Genauso Galloway. Nicht viel anders als Dumfries – ganz hübsch aber ebenfalls kein Highlight und auf den kleinen Straßen zogen sich die 100 km doch ziemlich. Am Ende hat es sich dann aber doch gelohnt. An der Küste führt die Straße direkt am Meer entlang – und Überraschung, hier ist auch der berühmte runde Knubbel mitten im Meer beheimatet: Alissa Craig. Wir fanden einen schönen Platz zum Übernachten direkt am Strand von Croy. Zum Ausklang des Tages gönnen wir uns einen langen Strandspaziergang und schließlich belohnt uns ein knalliger Sonnenuntergang mit Blick auf die Berge von Arran und Alissa Craig. Was will man mehr.

Croy 2
Sonnenuntergang an der Küste von South Ayrshire

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