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Blick von Ben A'an auf Ben Venue in den Trossachs

Die Trossachs

Die Trossachs sind eine Region von dichten, natürlichen Wäldern und Seen. Sie ist wesentlich wilder, weniger besiedelt und ursprünglicher als die Gegend um Loch Lomond. Hier kann man schon eher echtes Highlandfeeling mit rauer Bergwelt, an einsamen Seen und auf kleinen, engen Straßen erleben, obwohl es auch hier viele touristische Angebote gibt.

Die Trossachs waren die erste Region mit „modernem“ Tourismus in Schottland. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts rückte sie die romantischen Dichtungen des schottischen Nationaldichters Sir Walter Scott in den Fokus der Öffentlichkeit. Sein Gedicht „The Lady of the Lake“ und seine Erzählung von Rob Roy McGregor machten Loch Katrine und die ganze Gegend bekannt und die von den Städten aus leicht erreichbare typische Highland Scenery tat ihr Übriges.

Geografisch bezeichnet der Name heute die Region rund um Loch Katrine und Loch Achray. Begrenzt von den kleinen Städtchen Aberfoyle im Süden und Callander im Westen. Besondere Highlights sind Loch Katrine und Ben A’an

Queen Elisabeth Forest Park

Teil des Gebiets ist der Queen Elisabeth Forest Park, ein knapp 20 Hektar großer Waldpark Er ist Teil des Loch Lomond and The Trossachs National Park und einer von sechs Parks dieser Art in Schottland.

Aberfoyle

Aberfoyle ist eines der touristischen Zentren in den Trossachs und im Queen Elisabeth Forest Park. Es liegt landschaftlich schön, eingebettet zwischen Bergen und Wäldern am River Forth.

Wie die meisten Orte in den Highlands ist es klein, aber bietet trotzdem alles an Infrastruktur, was man so braucht, inklusive einer Tourismusmusinformation von Visit Scotland.

Aberfoyle erlangte Anfang des 20.Jahrhunderts Bedeutung, als der Duke of Montrose eine Straße durch die Berge in Richtung Loch Katrine bauen ließ, „The Duke’s Road“ oder „The Duke’s Pass. Seither gilt Aberfoyle als das südliche Tor zu den Trossachs. Es ist ein lebendiger, hübscher, kleiner Ort mit alter viktorianischer Architektur.

The Lodge Visitor Center

Oberhalb von Aberfoyle, in Richtung Duke’s Pass, gibt es das „The Lodge“ Forest Visitor Centre. Hier gibt es Parkplätze, Toiletten, Informationen zum Forest Park, ein Café und verschiedene einfache Rundwege – unter anderem zu einem sehenswerten Wasserfall. Außerdem Aktivitäten für Familien mit Kindern und einen Hochseilgarten mit ZIP-Line.

Natürlich ist hier meistens einiges los und es ist eben eine Art Landschaftspark für Sonntagsspaziergänger. Trotzdem typisch britisch hübsch gemacht, mit etwas Kunst im Wald. Kein Highlight, aber eine nette, Unternehmung für die ganze Familie.

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Auf dem 3-Seen Rundweg

Der 3-Seen-Rundweg

Der 3-Lochs Forest Drive ist ein mit dem Auto befahrbarer Rundweg von etwa 10 km auf einer Forststraße im Achray Forest des Queen Elizabeth Forest Park. Er beginnt kurz nach der Passhöhe des Duke’s Pass zwischen Aberfoyle und Loch Katrine und führt durch den Wald und an drei malerischen Seen vorbei: Lochan Reòidhte, Loch Drunkie und Loch Achray. Dort trifft er dann wieder auf die Hauptstraße.

Der Weg ist nur in einer Richtung befahrbar, gebührenpflichtig und von 10-16 Uhr geöffnet. Am Loch Drunkie gibt es einen Wanderparkplatz, von dem aus man zu ein paar netten kleinen Rundtouren starten kann. Außerdem ist es möglich dort in verschiedenen Haltebuchten mit dem Campervan oder Wohnmobil und an unterschiedlichen Spots auch mit dem Zelt zu übernachten. Gebucht wird über eine App des Nationalparks. Sie gehören zu den sogenannten Camping Permit Areas in den Camping Management Zones, die es an einigen Stellen im Nationalpark gibt.

Der Rundweg ist wirklich schön, gerade auch dann, wenn man es etwas ruhiger angehen lassen will, nicht so fit oder auf große Abenteuer aus ist. Man ist trotzdem mitten in der Natur und kann die Ruhe, die Atmosphäre und ein paar schöne Ausblicke genießen.

Nicht zuletzt ist es ein fantastischer Ort zum Übernachten – wir sind eigentlich jedes Mal mindestens eine Nacht hier, wenn wir in Schottland sind. Meist haben wir auch spontan einen Platz bekommen und nur einmal während einem sonnigen Wochenende im September war alles ausgebucht.

Die Straße ist eine echte, einfache Forststraße und voller Schlaglöcher, d.h. mehr als Schritttempo geht hier nicht, muss ja aber auch nicht, so bleibt es hier ruhig und gemütlich. Empfang ist schlecht und an manchen Stellen gar nicht vorhanden. Man sollte also Online alles erledigt haben, bevor man sich auf den Weg macht…

Loch Katrine

Loch Katrine ist der größte See in den Trossachs und dient seit über 150 Jahren als wichtigste Süßwasserquelle für die Stadt Glasgow. Er ist etwa 13 km lang und einen Kilometer breit und sehr idyllisch und ruhig gelegen.

Mehr dazu findet ihr in diesem Artikel: Loch Katrine – Stiller See in den Trossachs

Die Top 20 Sehenswürdigkeiten in Schottland - Ausbllck von Ben A'an
Ausblick von Ben A’an über Loch Katrine

Ben A’an

Ben A’an ist mit seinen 461 Metern mehr ein Hügel als ein richtiger Berg, aber trotzdem wahrscheinlich einer der schönsten Aussichtspunkte in den Trossachs.

Von seinem Gipfel aus hat man einen atemberaubenden Blick auf Loch Katrine in seiner ganzen Länge, Loch Achray und die Berge rundum – besonders prominent der benachbarte Ben Venue.

Der Weg auf den Gipfel mit 340 Höhenmetern auf 3,7 km meist ziemlich steil, aber für Highlandverhältnisse gut ausgebaut und damit relativ einfach zu begehen.

Gut zu wissen: Der Wanderparkplatz kostet Gebühren. Diese kann man zwar theoretisch mit Karte bezahlen, aber praktisch kommt es immer wieder vor, dass die Automaten nicht richtig funktionieren. Also hat man besser Münzgeld einstecken. Außerdem wird es hier ab 10 Uhr spätestens richtig voll und bei schönem Wetter kann es sein, dass man dann schon kaum mehr einen Platz bekommt. Also besser rechtzeitig da sein. Ausweichmöglichkeiten gibt es an den kleinen Straßen in Schottland kaum.

Von Aberfoyle nach Stronachlachar

Biegt man in Aberfoyle von der Hauptstraße, die über den Duke’s Pass zum Loch Katrine oder nach Callander führt links ab, landet man auf einer winzigen, einspurigen Stichstraße, die durch ein kleines Tal, über Loch Ard und Loch Chon schließlich nach Stronachlachar am Loch Katrine oder Inversnaid am Loch Lomond führt.       

Loch Ard

Loch Ard liegt wenige Kilometer westlich von Aberfoyle und ist meiner Meinung nach einer der malerischsten Seen in Schottland. Er ist nur ca. 4 km lang und 2 km breit, was seinem Reiz aber keinen Abbruch tut. Es gibt eine kleine Insel, Eilean Gorm, die grüne Insel und im Norden erhebt sich der 616 m hohe Beinn an Fhogharaidh. Zwei kleine Weiler liegen direkt am See: Milton am östlichen und Kinlochard am westlichen Ende.

Der Wald reicht fast überall an den See heran und auch die Straße verläuft direkt am Ufer, nur vom Wasser getrennt durch eine Steinmauer. Vom östlichen Ende aus blickt man über den See direkt auf Ben Lomond, der in westlicher Richtung liegt. Vor allem in der Abenddämmerung, wenn die Sonne neben Ben Lomond hinter den Hügeln verschwindet, entstehen zauberhafte Stimmungsbilder von ganz besonderem Reiz. Loch Ard hat etwas märchenhaft Verwunschenes, wie aus der Zeit gefallen.

Rund um Loch Ard gibt es einige familienfreundliche Wanderwege – unter anderem zu einer Höhle, in der sich Rob Roy versteckt gehalten haben soll.

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Abendstimmung am Loch Ard mit Blick auf Ben Lomond

Loch Chon

Nach einem kurzen Stück durch den Wald, treffen wir dann bald auf den nächsten See: Loch Chon. Jetzt wird es immer einsamer und wilder. Die einspurige Straße gerät zum echten Abenteuer mit Blind Summits und schwer einsehbaren Kurven. Als meine zweite Single Track Road, hat sie mich beim ersten Mal ganz schön ins Schwitzen gebracht. Aber – no risk, no fun. Am Loch Chon gibt es keine Ansiedlung, aber zwei Parkplätze und Wildcampingspots des Nationalparks.

Loch Arklet

Hat man Loch Chon hinter sich gelassen, fährt man durch ein weiteres kleines Waldstück, den Faery Knoll. Dann lässt man den Wald hinter sich und der Blick öffnet sich über Loch Arklet und auf die Berge rund um Loch Lomond. Auch hier war ich nun schon öfter und der Anblick begeistert mich jedes Mal wieder: Der See, eine kleine Baumgruppe am Ufer, dahinter die mächtigen kahlen Bergrücken. Ein perfekter Ort um den Sonnenuntergang zu genießen. Einziger Wermutstropfen: Es gibt Midges. Und gerade wenn die Sonne hinter den Bergen verschwindet und der Himmel in allen Rot-, Orange-, Gelb- und Violetttönen leuchtet, finden es leider auch die Midges am Schönsten.

Hier teilt sich nun auch die Straße: Links geht es weiter nach Inversnaid (6 km) und an den Loch Lomond, rechts nach Stronachlachar (1 km) am Loch Katrine.

Inversnaid

Inversnaid liegt am Ostufer des Loch Lomond, ist aber über Land nur über die kleine Straße von Aberfoyle aus zu erreichen. Oder eben zu Fuß auf dem West-Highland-Way.  Der Ort besteht im Wesentlichen aus einem Hotel, direkt am Seeufer, einem Pier, einem Hostel mit Gemeinschaftsunterkunft und einer Farm. Es gibt vom Pier aus eine Fährverbindung nach Tarbet und Inveruglas.

Viel zu sehen oder zu tun, gibt es hier nicht. Ein kleiner Spaziergang, der RSPB Nature’s Trail führt ein Stück auf dem West-Highland-Way am Seeufer entlang und ein weiterer zu zwei Wasserfällen und einem Aussichtspunkt über den See. Ansonsten hat der Ort seine Bedeutung vor allem als wichtiges Etappenziel auf dem West-Highland-Way und stellt den Wanderern Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung. Essen und Getränke gibt es auch für Nicht-Hotelgäste in einem separaten Teil des Hauses. Das Hotel bietet außerdem Bootstouren über den See an.

Persönliches Fazit Trossachs

Auch wenn die Trossachs natürlich mit der großen Weite, Dramatik und Wildheit der nördlichen und nordwestlichen Highlands nicht mithalten können, mag ich sie persönlich sehr. Während jeden Schottlandurlaubs verbringen wir hier einige Tage: um anzukommen und uns von der langen Reise zu erholen oder kurz bevor wir wieder Nachhause fahren.

Von der Atmosphäre und Vegetation erinnern mich die Trossachs an mein Zuhause im Schwarzwald. Ich fühle mich also fast wie daheim. Nur die Seen fehlen dort und insgesamt ist der Schwarzwald etwas kleinteiliger aufgebaut, die Täler enger und die Berge natürlich in der Regel bewaldet. Aber es gibt in den Trossachs natürlich viel mehr Platz, weniger Menschen, weniger Zivilisation, weniger Lärm und viel mehr Natur und Freiheit.

Für mich sind die Trossachs der perfekte Ort um mich zu erholen, zu sortieren und alles vorzubereiten für das große Abenteuer im schottischen „Outback“. Hier ist noch alle Infrastruktur vorhanden, was dann irgendwo im Nirgendwo nicht mehr unbedingt gegeben ist.

Auf der Rückreise kann ich mich hier noch ein wenig erholen – der Nordwesten kann mitunter klimatisch und energetisch wirklich herausfordernd sein. Hier fühlt sich alles ein wenig sanfter an, das Klima ist milder – und dabei kann ich viele schöne Dinge erleben: Seen, Wälder und tolle Ausblicke. Es wird nicht langweilig, obwohl ich nun schon oft hier war und das Meiste kenne. An viele der schönen Plätze gehe ich jedoch gerne immer wieder!

Noch  auf meiner Liste

◆        Die Brackling Falls bei Callander

◆        Die Falls of Leny, ebenfalls bei Callander mit dem Fahrrad

◆        Südlich Loch Ard, liegt mitten im Wald der Black Linn Waterfall of Blairvaich.

◆        Am Weg zum Ben Venue liegt nördlich von Loch Ard ein weiterer Wasserfall im Ledard Glen.

◆        Von Inversnaid führt der RSPB Trail am Ufer von Loch Lomond entlang.

Loch Lomond & The Trossachs Broschüre

Loch Lomond & The Trossachs – Die kompletten Buchkapitel mit zusätzlichen Infos und eigenen Erfahrungen als kostenloser Download

Nützliche Links

The Lodge Forest Visitor Centre

https://forestryandland.gov.scot/visit/forest-parks/queen-elizabeth-forest-park/the-lodge-forest-visitor-centre

Go Ape, Klettergarten

https://goape.co.uk/locations/aberfoyle

Alle Infos zum Drei-Seen-Rundweg und ein kleiner Film

https://forestryandland.gov.scot/visit/forest-parks/queen-elizabeth-forest-park/three-lochs-forest-drive

Karte

https://forestryandland.gov.scot/media/wo1eq512/fls-routecard-qefp-threelochs.pdf

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