Teil 1 verpasst? Hier geht es zu Die Isle of Mull – Der Norden
Inhalt
Das bergige Zentrum
Der Süden der Isle of Mull ist wilder, bergiger und viel weniger dicht besiedelt als der Norden der Insel und besteht aus dem zentralen Bergmassiv um Ben More, der wilden und unwegsamen Halbinsel Ardmeanach und dem Ross of Mull einer langen schmalen Landzunge ganz im Süden. An ihrer Spitze liegt außerdem noch die berühmte Klosterinsel Iona.
Nachdem man den Abzweig zum Fähranleger nach Ulva hinter sich gelassen hat, steigt die Straße wieder an und eröffnet bald den Blick auf eines der spektakulärsten Panoramen der Insel: Loch na Keal und das zentrale Bergmassiv mit Ben More und den hängenden Klippen von Gribun.

Loch na Keal National Scenic Area
Der Loch na Keal ist einer der spektakulärsten Orte auf Mull und als National Scenic Area geschützt. Er schneidet tief in die Westküste der Insel ein und wird im Süden von einer dramatischen Kulisse aus steilen Basaltklippen und dem gewaltigen Massiv des Ben More begrenzt.
Ben More
Ben More ist mit 996 m der höchste Gipfel der Insel und Teil des zentralen Bergmassivs. Er ist der einzige Munro (Berg über 3000 ft) auf den Hebriden außerhalb von Skye.
Es existieren zwei Wege auf den Gipfel, die beide von Meereshöhe direkt am Ufer des Loch na Keal aus, starten. Der Ausblick vom Gipfel des Ben More gehört zu den besten auf den Hebriden.
https://www.walkhighlands.co.uk/mull/salen-craignure.shtml

Die hängenden Klippen von Gribun
Steile, 300 m hohe Basaltklippen aus schwarzem Gestein ragen hier direkt neben der Straße auf. Sie gehören zu den spektakulärsten und dramatischsten Landschaften auf der Insel und die Fahrt auf der kleinen, einspurigen Straße ist ein echtes Erlebnis.
Ardmeanach – The Wilderness
Das Gebiet westlich der Straße, die die Halbinsel durchquert, ist wild und unwegsam und wird deshalb auch „The Wilderness“ genannt. Nur an der Südküste von Ardmeanach, führt ein Wanderweg bis zur Spitze der Halbinsel.
Der versteinerte Baum von MacCulloch
Eine interessante, aber lange Wanderung führt von Tiroran am Nordufer des Loch Scridain entlang, über die Burg Farm bis zur Landspitze. Hier wurde vor 50 Millionen Jahren ein Baum von den Lavamassen eingeschlossen, dessen Abdruck man heute noch in den Klippen sehen kann.

Ross of Mull
Der Ross of Mull ist eine 28 Kilometer lange Halbinsel im Südwesten von Mull.Im Landesinneren dominieren weite, wellige Moor- und Heidelandschaften, während man an der Westküste kleine Buchten mit weißem Sandstrand, türkisblauem Wasser und rosa Granitfelsen findet. Die weitgehend menschenleere Südküste wiederum besticht durch wilde, spektakuläre Steilküsten mit Wasserfällen, die senkrecht ins Meer stürzen und natürlichen Höhlen und Felsbögen.
Die A849 nach Bunessan und Fionnphort verläuft zuerst am Südufer von Loch Scridain, dann weiter entlang der Nordküste der Landzunge. Die wilde Südküste ist nur punktuell über Stichstraßen erschlossen, die von der Hauptstraße abzweigen.
Carsaig Bay und Carsaig Arches
Die Straße nach Carsaig, wo die Wanderung zu den Felsbögen beginnt, zweigt in Pennyghael ab.
Die Carsaig Arches sind zwei beeindruckende natürliche Felsbögen aus Basalt die man über eine Wanderung an der Küste entlang und unterhalb steil aufragender Klippen erreichen kann. Kurz vor den Arches gibt es einen Wasserfall, der senkrecht über die Klippen stürzt und eine weitere interessante Felsformation, die wie der Kopf einer Sphinx aussieht.
Bunessan
Bunessan ist der größte Ort und soziales Zentrum auf dem Ross of Mull, obwohl es auch nur ein winziges Dorf ist. Es bietet die wichtigste Infrastruktur für die vielen umliegenden Höfe und Farmen. Es gibt einen kleinen Sparsupermarkt mit Postamt, eine Polizeiwache, eine Arztpraxis und ein Gemeindehaus, indem regelmäßig kulturelle Veranstaltungen stattfinden.
Die Strände der Südküste
Die beiden Straßen zu einigen schönen Buchten mit einsamen Sandstränden an der Südküste des Ross of Mull zweigen beide in Bunessan von der Hauptstraße ab.
- Ardalanish Bay
- Uisken Beach
- Kilvickeon Beach
- Scoor Beach

Fionnphort
Liegt am westlichen Ende des Ross of Mull. Hier endet auch die Straße. Der Ort ist ein Fischerdorf mit etwa 80 Einwohnern und Hafen, von dem die Fähren zur Klosterinsel Iona, sowie den Inseln Staffa und Lunga ablegen.
Eine Besonderheit der Region an der Spitze des Ross of Mull ist das rosafarbene Granitgestein, das nur hier vorkommt und der Küste eine ganz eigene Atmosphäre verleiht.
Isle of Iona
Iona liegt etwa 1,2 Kilometer westlich der Isle of Mull, getrennt durch den Sound of Iona. Die Insel ist etwa 1,2 km breit und 5 km lang. Die Insel ist weitgehend autofrei; Besucher müssen ihre Fahrzeuge in Fionnphort auf Mull zurücklassen.
Die Abtei
Das Herzstück der Insel ist die majestätische Iona Abbey. Ihre Geschichte begann im Jahr 563 n. Chr., als der irische Mönch Columba (Saint Columba) hier landete und ein Kloster gründete. Von diesem abgeschiedenen Ort aus begann die Missionierung Schottlands und Nordenglands.
Die Insel gilt somit als die Wiege des Christentums in Schottland und war über viele Jahrhunderte das spirituelle Zentrum des Landes. Sie zieht jedes Jahr tausende Pilger und Reisende an.
Isle of Staffa
Ein absolutes Highlight der Gegend ist die kleine, unbewohnte Insel Staffa mit der berühmten Höhle „Fingal’s Cave“.
Dies ist eine 69 Meter tiefe Meereshöhle, deren Wände vollständig aus Basaltsäulen bestehen. Ihre natürliche Akustik inspirierte Felix Mendelssohn Bartholdy zu seiner „Hebriden-Ouvertüre“.
Neben der Höhle ist Staffa ein bedeutendes Brutgebiet für Seevögel; zwischen Mai und August nisten hier zahlreiche Papageitaucher (Puffins).
Der Zugang zur Insel ist streng reglementiert. Sie ist per Boot, von Fionnphort oder Iona aus, erreichbar. Es gibt allerdings auch Anbieter, die sie von Oban aus anfahren.

Das südliche Binnenland
Folgt man der A849 vom Kopfende von Loch Scridain in östliche Richtung, durchquert man auf dem Weg zurück nach Craignure das Binnenland südlich des zentralen Bergmassivs. Hier ist die Landschaft geprägt von flachen Hügeln, Moorland und Wäldern. In Strathcoil zweigt eine weitere Stichstraße nach Süden ab, die über Loch Spelve und Kinlochspelve nach Lochbuie führt.
Lochbuie
Lochbuie liegt an der gleichnamigen Bucht, etwas versteckt und ab vom Schuss. Es besteht nur aus einigen verstreut liegenden Häusern und Farmen. Interessant sind hier vor allem der gut erhaltene Steinkreis und die Ruine von Moy Castle.
Zurück auf der A849 trifft man kurz vor Craignure auf einen weiteren Abzweig. Dieser führt zum Duart Point mit weithin sichtbaren Duart Castle.
Duart Castle
Duart Castle steht strategisch günstig, auf einer felsigen Halbinsel ganz im Südosten von Mull und überblickt den Zugang vom Firth of Lorn und Loch Linnhe zum Sound of Mull.
Das Schloss kann besichtigt werden und bietet unter anderem eine Ausstellung zur Geschichte des Clan MacLean. In den Wirtschaftsgebäuden befindet sich ein Café.
































