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Geschichten von Unterwegs

Endlich unterwegs nach Irland

Viele Jahre wollte ich schon nach Irland. Diese Pfingsten war es nun soweit. Mein Mann Peter, meine Tochter Dana und ich machten uns am Freitag vor Pfingsten mit unserem VW Campingbus auf die lange Reise durch Frankreich und über den Kanal. In Irland dann, wollten wir unsere Freunde Rupert und Franca, ihren Sohn Aaron, seine Freundin Julia und unsere Freunde Peter und Susanne treffen.

Uns interessieren weniger die üblichen Sehenswürdigkeiten und touristischen Attaktionen, vielmehr die vielen uralten Plätze, Steinkreise, Dolmen, Berge, Wälder und heiligen Quellen, die Energie und Qualität des Landes und seiner Menschen.

Was wir gefunden und erlebt haben, daran möchte ich Euch in dieser Artikelserie in Wort und Bild teilhaben lassen – es waren wirklich außergewöhnliche, besondere Erlebnisse an ganz besonderen Orten.

Es geht los…

Bisher lief alles bestens. Ein superangenehmer Campingplatz mitten im Wald von Fontainebleau, der übrigens durchaus auch eine Reise wert ist. Überall liegen große Felsbrocken malerisch im Wald herum, blühende Rhododendronbüsche leuchten zwischen den Bäumen, es hat etwas Mystisches hier. Am Morgen Kaffee und Croissants bevor wir weiter die unendlichen Weiten Nordfrankreichs in Richtung Bretagne durchmessen – was will man mehr.

Um kurz nach drei sind wir dann bereits in Roscoff, wo unsere Fähre um 18:30 ablegen wird und so haben wir noch Zeit die Annehmlichkeiten der Bretagne zu genießen, bevor wir uns der kulinarische Wüste der britischen Inseln anheim geben. Eine nette kleine Creperie in Roscoff verwöhnt uns sogar mit Bio-Crepes und Galettes und einem letzten französischen Kaffee.

Ueberfahrt 1
Fähre Oscar Wilde von Roscoff nach Rosslare

Das Schiff ist riesig. 10 Stockwerke, drei davon für die Fahrzeuge. Ein gigantisches Maul verschluckt uns, sowie ganze Busse und LKWs. 1200 Menschen kann es aufnehmen, vielleicht 400 bis 500 Autos.

Ein seltsames Gefühl als wir ablegen und das Festland langsam hinter dem Horizont verschwindet. Ca. 16 Stunden werden wir nun nur noch Wasser sehen soweit das Auge reicht.

Filigrane Wolkengebilde schweben wie Engel am Himmel.

Ueberfahrt 2

Die Überfahrt ist ruhig . Seekrank wurden wir gottseidank nicht, aber die Bewegungen des Schiffs erzeugen ein seltsames Gefühl im Kopf – wie permanentes Aufzugfahren. Im Laufe der Zeit gewöhnt man sich daran und wir haben besser geschlafen als befürchtet. In 20 Minuten erreichen wir Rosslare. Bin sehr gespannt auf Irland!

Angekommen

Wir haben die ersten 300 Kilometer Linksverkehr von Rosslare an der Ostküste, quer durch den Süden Irlands bis zur Halbinsel Beara im Westen, lebend und ohne Blechschäden überstanden. Auch wenn die engen und holprigen Regional- und Landsträßchen von Westcork, die manchmal eher Feldwegen ähneln und von hohen Hecken gesäumt sind, welche ein Ausweichen bei Gegenverkehr fast unmöglich machen, ersteinnmal gewöhnungsbedürftig sind. Gleich zu Beginn haben wir auch schon mit dem „Sodabrot“ Bekanntschaft gemacht – Brot mit Backpulver, das eher nach Kuchen schmeckt und hauptsächlich aus Luft zu bestehen scheint.

Am späten Nachmittag aber haben wir es nach 2 1/2 tägiger Fahrt endlich geschafft und unser Ziel, ein Cottage zwischen Glengariff und Bantry in Irlands Südwesten, erreicht. Unsere Freunde sind schon am Tag zuvor mit dem Flugzeug und Mietwagen angekommen und empfangen uns mit Tee, Scones, Jam und Clotted Cream – sehr lecker.

Glengariff, das wir am Abend noch erkunden besteht aus einem Hotel mit Restaurant, zwei Woolshops und mindestens fünf Pubs. Typisch Irland? – Die Menge der Pubs auf jeden Fall, wie wir schnell lernen werden.

Karte Suedwesten

Der Südwesten Irlands wird geprägt von tiefen Buchten und großen Halbinseln, die wie die fünf Finger einer Hand in den Atlantischen Ozean ragen: Mizen Head, Sheep´s Head, Beara, Iveragh und Dingle. Glengariff im Nordosten der Bantry Bay ist das Tor zur Beara-Halbinsel.

Obwohl ich noch nie zuvor in Irland war, sind mir viele der Ortsnamen wohlvertraut: Bantry, Tipperary, Galway, Skibbereen. Ich kenne sie aus irischen Liedern, denn vor vielen Jahren spielte ich in einer Band, die Irisch/keltische und mittelalterlicher Musik machte.

Andere kennt man als große amerikanische Städte. Ein Erbe der irischen Auswanderer. Baltimore zum Beispiel ist ein winziger Ort an der Südküste und Hollywood liegt nicht weit von Dublin am Rand der Wicklow Mountains.

An diesem Abend beraten wir uns noch, wo es morgen hingehen soll, denn wir haben keine Zeit zu verlieren. Zwei Wochen sind kurz, viel zu kurz, für all die interessanten Orte, die es hier zu entdecken gibt. Zum Glück kennen sich unsere Freunde gut aus – sie sind schon seit vielen Jahren regelmäßig hier und so ist bald klar: wir fahren auf die Halbinsel Beara ins Tal von Gleninchiquin.

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